Sonntag, 3. September 2017

[Rezension] Sublevel - Zwischen Liebe und Leid von Sandra Hörger

von Sandra Hörger

Genre: Jugenddystopie, Science Fiction
Verlag: Impress
Seitenzahl: 321
eBook: 3,99 €
1. Auflage: August 2017
Altersempfehlung: ab 14 Jahren


Bücher der Sublevel Reihe:
1. Zwischen Liebe und Leid
2. 
3.


 **Weil Liebe nur eine Antwort kennt**
Lange hat Sunrise Garcia auf den Tag gewartet, der ihr Leben für immer verändern wird. Als sogenannte Hoffnungsträgerin steht sie kurz davor, sich einen Platz in der Oberschicht zu sichern. Ihr einziges Ziel: einen guten Beruf auszuüben und genug Geld zu verdienen, um ihre Familie aus der Armut des Sublevels, dem untersten Stockwerk des Raumschiffes, zu retten. Doch als sie dem Präsidentensohn Corvin Corvus begegnet, kann sie nur noch an seine sturmgrauen Augen denken. Aber Sunrise ist es verboten, ihren Gefühlen nachzugeben. Immerhin hängt die Zukunft ihrer gesamten Familie davon ab, dass sie einen kühlen Kopf bewahrt…

 "Zwischen Liebe und Leid" ist der erste Band der Sublevel-Trilogie von Sandra Hörger.

 Nach einem atomaren Krieg wurde die Erde vor vielen Jahren unbewohnbar. Dadurch flüchteten sich viele Menschen in Raumstationen in den Weltall und leben nun dort in einem stark ausgeprägten Kasten-System.
Sunrise Garcia dabei aus dem Sublevel, also der unterseten Ebene der Raumstation SPHAERA, wo die Menschen sehr arm sind, vom Müll leben und sehr hart arbeiten. Rise ist eine Hoffnungsträgerin, für die ihre Familie viel Geld gesammelt hat, damit diese eine gute Ausbildung machen und die Familie aus der Armut retten kann. Dafür hat sie auch einen Zwangsverlobten, dessen Familie sie ebenfalls finanziell unterstützt, um ebenfalls eine bessere Zukunft zu haben. So hatte Sunrise nie ein selbstbestimmtes Leben, sondern sie musste immer die Beste sein. Doch als sie dann dem Präsidentensohn Corvin Corvus begegnet, muss sie sich entscheiden zwischen dem Wohl ihrer Familie und ihrem eigenen Glück.

Die Charaktere sind wirklich toll ausgearbeitet. Sunrise, auch Rise genannt, gefiel mir mit ihrer aufopferungsvollen und ehrgeizigen Art direkt. Sie ist pflichtbewusst und ihre Familie ist ihr sehr wichtig. Doch auch ihre Zweifel am System in der Raumstation und der Politik des Präsidenten werden deutlich und authentisch dargestellt. Ihre Gefühle und Gedanken werden immer greifbar vermittelt und ich konnte mich in jedem Moment gut in sie hinein versetzen.

Corvin hingegen hatte immer ein privilegiertes Leben und ich schätzte ihn zunächst recht arrogant ein. Doch schnell wurde klar, dass ihm das Wohl der Menschen wichtig ist. Er macht eine tolle Entwicklung in der Geschichte durch und mochte ihn mit der Zeit immer mehr. Er weiß, was er will und kämpft für die Dinge und Ideale, die ihm wichtig sind. Ich bin sehr gespannt, welche Entwicklung er in den folgenden Bänden noch durchleben wird.

Auch die Nebencharaktere der Geschichte haben mir gefallen. Sie sind interessant und vielfältig und geben der Geschichte die nötige Abwechslung. Außerdem konnte man sich durch sie das Leben auf den unterschiedlichen Ebenen der Raumstation besser vorstellen.

Das Worlbuilding, also die Idee, wie das Raumschiff aufgebaut ist, fand ich richtig genial. Ich habe jede weitere Information wie ein Schwamm aufgesogen und so ergab sich nach und nach ein gutes Bild davon, wie die SPHAERA aufgebaut ist und wie das System darin funktioniert. Der Entwurf ist schlüssig und ausgeschmückt durch zahlreiche Details, die alles noch anschaulicher und authentischer gemacht haben. Man hatte als Leser den Eindruck, selbst schon einmal auf dem Schiff gewesen zu sein, da man am Ende so ein klares Bild von dem Aufbau des Schiffes vor Augen hat. Besonders gefallen haben mir dabei auch die Science Fiction Elemente wie zum Beispiel die Fortbewegungsmittel innerhalb der Raumstation.

Die Handlung selbst empfand ich als abwechslungsreich und spannend. Die Spannungskurve wird konstant aufgebaut und die Handlung entwickelt sich stetig weiter. So gab es auch einige Wendungen, mit denen ich so nie gerechnet hätte und ich habe das Buch in kurzer Zeit durch gelesen und hätte auch aufgrund des Cliffhangers am Ende am liebsten sofort weiter gelesen.

Sandra Hörgers Schreibstil ist flüssig, so dass sich das Buch schnell und locker lesen lässt. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus Rises Sicht, so dass man deren Handlungen und Gefühle immer besonders gut nachvollziehen konnte.
Besonders interessant fand ich, dass es drei verschieden Sprachen innerhalb der Gesellschaft der SPAERA gibt. So sprechen die Menschen im Sublevel in einem stark vereinfachten Englisch, was eine Art Slang ausdrücken soll, den die dort lebenden ungebildeten Menschen sich angeeignet haben. Die höhere Gesellschaft nutzt lateinische Wörter und Redewendungen um ihren höheren Status und ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Dabei gibt es aber nie Verständnisprobleme, da man als Leser immer weiß, was gemeint ist und viel in den nächsten Sätzen erläutert wird.


 Insgesamt konnte mich der Trilogie-Auftakt "Zwischen Liebe und Leid" von Sandra Hörger mit seinem tollen Weltenentwurf und den gut ausgearbeiteten Charakteren vollkommen überzeugen. Die Handlung ist spannend und fesselte mich zusätzlich an die Seiten. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!



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